Sind Kredite für Rentner über 70 Jahren möglich?

Kredite im Alter absichern - Restschuldversicherung als Hilfe?

Müssen Menschen in einem älteren Lebensjahr Kredite aufnehmen, sehen sie sich häufiger mit einer Ablehnung konfrontiert. Gerade bei größeren Geldbeträgen verweigern Banken die Zusammenarbeit, sofern keine Sicherheiten vorhanden sind und es nicht abzusehen ist, ob der Kredit tatsächlich zurückgezahlt werden kann. Was aber ist, wenn Rentner auf das Geld angewiesen sind? Gibt es eventuell Möglichkeiten, die zur Kreditsicherung dienen können, oder gibt es spezielle Versicherungen, die vor Zahlungsausfall schützen?

wie Kredite im Alter absichern - Restschutzversicherung?

Wer im Alter noch einen Kredit aufnehmen möchte, muss diesen im Normalfall extra durch eine Restschuldversicherung besichern.
Den Banken sind das Risiko eines Todesfalls und damit das Kreditausfallrisiko sonst viel zu hoch.


Restschuldversicherungen - Lohnen sie?


Eine Möglichkeit, mit der mitunter ein aufgenommener Kredit abgesichert werden kann, ist die Restschuldversicherung oder Ratenschutzversicherung. Die Versicherung wird gleichzeitig mit dem Kredit abgeschlossen und springt je nach Art des Versicherungsvertrags in mehreren Fällen ein:

  • Jobverlust - Sollte der Kreditnehmer während der Laufzeit den Arbeitsplatz verlieren, übernimmt die Versicherung für eine gewisse Zeit mindestens einen Teil der Raten. Hier sind die zeitlichen Begrenzungen mitunter jedoch sehr streng.

  • Krankheit - Entfällt das Einkommen oder verringert sich das Einkommen durch Krankheit, kann die Restschuldversicherung ebenfalls zum Stemmen der Raten genutzt werden. Auch hier ist jedoch oftmals eine zeitliche Komponente enthalten.
  • Tod - Im Todesfall kann aus der Versicherungssumme die Restschuld beglichen werden.


Für Senioren im Rentenalter relevant ist nur der Ratenschutz im Todesfall. Durch die regelmäßigen Rentenzahlungen bzw. Pensionszahlungen sind Einkommenseinbußen durch Jobverlust oder Krankheit kein Thema. Da bei vielen Krediten diese 3 Versicherungsfälle als Versicherungsbausteine extra abgeschlossen werden können, ist die Absicherung nur für den Todesfall kein Problem, sofern die Bank überhaupt einen Ratenschutz bzw. eine Restschuldversicherung anbietet.

Wichtig ist auch hier zu wissen, dass die Beiträge für die Restschuldversicherung im Alter ansteigen und zumeist nicht die gesamte Kreditsumme abgesichert ist. In Bezug auf Restschuldversicherungen sollten Kreditnehmer grundsätzlich beachten, dass diese verhältnismäßig teuer ausfallen. Aus diesem Grund lohnen sie sich nur bei langen Laufzeiten oder hohen Kreditsummen. Im Alter können zwar auch Laufzeiten von fünf bis zehn Jahren schon absicherungswürdig sein, jedoch gilt dies nur, wenn die Kreditsumme entsprechend hoch ausfällt.

Kein älterer Mensch möchte seinen Hinterbliebenen und Erben einen Schuldenberg hinterlassen. Wir empfehlen Rentnern und Senioren, einen Kredit nur mit Restschuldversicherung für denn Todesfall abzuschliessen. Haben Sie jedoch schon eine Risikolebensversicherung, aus der sich die Restschuld aller ihrer Darlehen begleichen lässt, kann bei einer Kreditaufnahme darauf verzichtet werden. Folgende Banken bieten Ratenschutzversicherungen an:



Risikolebensversicherung - nach wie vor hilfreich?


Im Normalfall schließen Menschen eine Risikolebensversicherung bei der Familiengründung ab, um somit im Todesfall den Hinterbliebenen eine finanzielle Absicherung zu verschaffen. Dies ist mitunter dann wichtig, wenn die Kinder noch klein sind und am Ende nur ein Elternteil die komplette Last mit Kinderbetreuung und Lebensunterhalt tragen muss. Da eine solche Police mit dem Erreichen des Erwachsenenalters der Kinder nicht mehr so wichtig erscheint, weisen viele Risikolebensversicherungen nur eine Laufzeit von 20-25 Jahren auf. Nach Auslaufen der Versicherung besteht kein Schutz mehr, so dass die Police im Rentenalter nicht mehr zur Kreditabsicherung genutzt werden kann.

Eine Risikolebensversicherung im Alter ist hingegen oftmals deutlich teurer. Wie bei der Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung, die bei höherem Alter mitunter deutlich teurer werden kann, wird das höhere Versicherungsrisiko in die Prämie eingepreist. Darüber hinaus können sich zudem auch Einschränkungen der Versicherungsleistungen und weitere Probleme bei der Tarifsuche ergeben:

  • Krankheiten - Die Risikolebensversicherung sichert die Familie im Todesfall des Versicherten ab. Je älter die versicherte Person bei Abschluss ist, desto wahrscheinlicher sind potenziell lebensgefährliche Krankheiten. Diese können durchaus im Vertrag ausgeschlossen werden. Liegt beispielsweise eine erwiesene Herzschwäche vor, ist es möglich, dass der Todesfall durch Herzversagen aus dem Vertrag gestrichen wird.

  • Geringere Auswahl - Nicht jeder Anbieter stellt Risikolebensversicherungen für ältere Personen zur Verfügung. Aus diesem Grund können Interessierte nur noch wenige Anbieter miteinander vergleichen.


Der Ausschluss bestimmter Todesursachen sorgt zudem dafür, dass eine Risikolebensversicherung ihren Sicherungscharakter zumindest teilweise verliert. Somit lässt sich ein Darlehen im Alter mittels einer Risikolebensversicherung nur dann absichern, wenn diese bereits in jungen Jahren mit einer besonders langen Laufzeit abgeschlossen wurde.

Hinweis: Eine Risikolebensversicherung ist nicht nur für Familien interessant. So erhalten beispielsweise unverheiratete Paare keine Witwenrente, wenn der Partner stirbt, haben aber oftmals die gleichen finanziellen Probleme.


Eigene Sicherheiten nutzen.


eigene Sicherheiten nutzen

Bei einer Kreditaufnahme ist es sehr hilfreich, wenn eigene Sicherheiten vorhanden sind.

Der Hauptgrund, aus welchem Banken die Kreditvergabe an ältere Personen ablehnen, ist die höhere Todeswahrscheinlichkeit. Gerade Kredite über höhere Beträge werden mit langen Laufzeiten abgeschlossen, sodass die monatlichen Raten niedriger ausfallen. Im jungen Alter ist es sehr wahrscheinlich, dass der Kreditgeber nach 25 Jahren durchaus noch lebt und somit während der Lebzeiten den Kredit vollständig abbezahlt. Wer nun jedoch im Alter von 55 oder 60 einen Kredit mit einer langen Laufzeit aufnehmen möchte, wird von Banken bereits skeptisch beäugt. Doch spielen hier nicht nur das Alter und die höhere Sterbewahrscheinlichkeit eine Rolle, sondern auch die veränderten Finanzsituationen:

  • Rente - Selbst wenn der Kredit noch zu Zeiten aufgenommen wird, in denen der Kreditnehmer einer Beschäftigung nachgeht, fällt ein Teil der Laufzeit in die Rente hinein. Diese ist, je nach Höhe des bisherigen Einkommens, oftmals deutlich niedriger und erschwert die finanzielle Situation. Höhere Kreditraten können nun mitunter nicht mehr getragen werden - das Zahlungsausfallrisiko für die Banken ist daher erhöht.

  • Verstorbener Ehepartner - Nehmen Eheleute gemeinsam im höheren Alter einen Kredit auf und verstirbt ein Partner, verändert sich die Finanzsituation wiederum zum Nachteil. Insbesondere während des Rentenbezugs erhält der verbliebene Partner zwar Witwenrente, die Gelder spiegeln das vorherige Einkommen jedoch keinesfalls wider.

  • Erhöhtes Risiko einer Berufsunfähigkeit - Im Alter steigt auch das Risiko für Krankheiten. Kommt es soweit, dass aus gesundheitlichen Gründen sogar eine Berufsunfähigkeit eintritt, ist die Existenz gefährdet und Kredite können nur noch mit Schwierigkeiten zurückgezahlt werden, wenn überhaupt. Daher ist es sinnvoll, seine eigene Existenz mit einer Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung abzusichern. Diese ermöglicht eine monatliche Rente, sobald die Arbeitsfähigkeit auf unter 50 Prozent sinkt.


Aus diesem Grund ist es für die Kreditaufnahme sehr hilfreich, wenn eigene Sicherheiten vorhanden sind. So kann beispielsweise ein Eigenheim sehr komfortabel als Sicherheit genutzt werden. In diesem Fall wird das Haus in der Höhe des Kredits belastet und diese Belastung als Grundschuld in das Grundbuch eingetragen. Sollte der Kredit nicht zurückbezahlt werden können, kann die Bank das Haus verkaufen und die offene Kreditsumme auf diese Weise eintreiben. Eine Grundschuld ist natürlich nur dann ein gangbarer Weg, wenn das Haus nicht bereits bis zur Beleihungsgrenze als Sicherheit genutzt wird.

Wichtig: Wenn dieser Weg auch durchaus üblich ist, sollte er mit eventuell vorhandenen Kindern abgesprochen werden. Erbt das Kind das Haus, sollte es unbedingt über den Grundbucheintrag informiert sein, da es gleichzeitig die Schulden erbt. Dies gilt natürlich auch für Grundstücke. Es ist ungemein wichtig daran zu denken, dass Kinder stets nicht nur vorhandenes Vermögen, sondern auch die Schulden erben, sobald sie das Erbe annehmen.


Eine Alternative, die bei niedrigeren Kreditsummen genutzt werden kann, ist die Wahl eines Bürgen. Dieser wird mit in den Kreditvertrag aufgenommen und bürgt dafür, die Kreditraten weiterhin zu tragen, sollte der Kreditnehmer mit den Zahlungen in Rückstand geraten. Für höhere Kreditsummen ist dieser Weg nicht zu empfehlen. Der Bürge verschuldet sich im schlimmsten Fall bis zur eigenen Belastungsgrenze. Geeignet ist diese Alternative mitunter, wenn beispielsweise ein Eigenheim vorhanden ist und die Heizungsanlage ausgetauscht werden muss. Bürgt nun ein Erbe für den aufgenommenen Kredit und würde nach dem Todesfall des Kreditnehmers das Haus erben, profitiert er ebenfalls von seiner Bürgschaft.

Den Kredit gemeinsam mit einer zweiten Person aufzunehmen, muss stets überdacht werden. Diese Möglichkeit empfiehlt sich in der Regel nur dann, wenn der zweite Kreditnehmer deutlich von der geliehenen Summe profitiert - beispielsweise, wenn gemeinsam ein Haus angeschafft wird und der Kreditnehmer gleichzeitig der Miteigentümer oder direkter Erbe ist.

Die möglichen eigenen Sicherheiten im Überblick:

  • Versicherungen zur Absicherung
  • Grundschuld auf eine eigene Immobilie
  • Bürgen (Verwandte, manchmal auch Freunde)
  • Zweiter Kreditnehmer

Haus / Immobilie als Sicherheit

Eine Grundschuld auf eine Immobilie ist auch im Alter noch eine gern gesehene Sicherheit für einen Kredit.
Die Bank kann ihr Risiko minimieren und der Kreditnehmer erhält die ersehnte Finanzspritze. Lediglich für Erben kann es kniffelig werden.


Kredite sind im Alter möglich - doch nicht immer sinnvoll.


Wer mit Geduld, Geschick und einem genauen Finanzierungsplan auf die Suche nach einem Kredit geht, erhält oftmals auch im Alter einen Kreditvertrag. Doch sind die Laufzeiten und Konditionen oft verändert, und auch höhere Beträge werden nicht unbedingt gewährt. Die Absicherung des Kredits sollte hingegen stets mit der Familie abgesprochen werden. Kreditnehmer sollten insbesondere Nachkommen darüber aufklären, damit sie beim vorzeitigen Tod des Kreditnehmers nicht auf hohen Schulden sitzen bleiben. Wer über solide Sicherheiten verfügt und mit dem Kredit zum Beispiel seine Immobilie renoviert oder altersgerecht umbaut, kann hingegen den Wert seines eigenen Besitzes noch steigern und somit sinnvoll in die Zukunft investieren.




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